Bericht: Camporosso

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Wallfahrt auf Flowriderisch

Am Parkplatz der Liftstation in Camporosso/Valcanale treffen sich pünktlichst wie vereinbart die Flowriders:   

KRICKE, SMUZE, LANZE, der ALPENCROSSER und ich (MIKI)

um gemeinschaftlich eine Bike-Wallfahrt zu starten.

Eine alte Überlieferung berichtet, dass im Jahre 1360 am Luschariberg ein Hirte verlaufene Schafe suchte. Er fand sie kniend um einen Bergkieferstrauch. Verblüfft näherte er sich und sah im Strauch ein hölzernes, reliefartiges Bild der Gottesmutter mit dem Kind Jesu. Er brachte das Bild nach Saifnitz und übergab es dem Pfarrer. Doch am nächsten Tag war das Bild auf wundersame Weise wieder am Luschariberg, und wieder knieten Schafe um das Relief. Der Fall wiederholte sich noch ein drittes Mal. Da meldete der Pfarrer die Begebenheit dem Patriarchen von Aquileia. Dieser gab die Verordnung heraus, dass an der Stelle, an der das Bild gefunden wurde, eine Kapelle gebaut werden sollte.

Um jetzt nicht Gefahr zu laufen, noch verlaufenen Schafen oder gar dem einen oder anderen Patriarchen zu begegnen, starten wir unsere Tour in genau der entgegengesetzen Richtung - nicht der Luschari sondern die Achomitzer Alm ist unser Ziel.

So ließen wir unsere Vehikel in das Val Bartolo einfahren und genossen das Warmwerden der Muskulatur entlang des gemütlichen Anstiegs seitlich des Wildbaches. Begleitet von herrlichem Wetter und umgeben von atemberaubender Bergwelt konnten wir unseren Flow kaum bändigen und nach kurzer Zeit erreichten wir wieder heimischen Boden und überquerten die Staatsgrenze am Sella di Bartolo. Von dort, zunehmend steilerwerdend, setzen wir die Fahrt Richtung Achomitzer Alm fort. Die Baum- und teilweise die eigene Grenze überwindend klettern wir die letzten, schweißtreibenden Höhenmeter zum Schutzhaus hoch, um dort in 1712 Meter Seehöhe einzukehren. Die Wallfahrt zum Kirchlein von Maria Schnee lassen wir aus, finden anstatt dessen unsere himmlischen Genüsse beim Verzehr der Brettljause!

Ein kurzes Stoßgebet noch vor dem Downhill, dann wieder talwärts! Eine astreine, neue Asphaltpiste führt uns schnell, jedoch unspäktakulär, talwärts und so sind wir in kürzester Zeit im Valle di Ugovizza an der Hauptstraße. Den passenden Rückweg suchend, entscheiden wir uns einem, links abbiegenden Schotterweg zu folgen. Bereits nach kurzem ist an eine Fahrt nicht mehr zu denken, und selbst ein Schieben des Bikes wird hier zu einem Härtetest der seinesgleichen sucht (so steil, so schottrig und weich, so heiß,...). Die verbalen Entgeleisungen des einen oder anderen Tourenteilnehmes angesichts der Strapazen an dieser Stelle  bleiben unerwähnt, da dies mit einer Wallfahrt ganz sicher nichts zu tun hat. Für die Sprüche die hier gekommen sind, wäre der direkte "Highway to hell" wohl noch die geringste Strafe.

Doch auch diese Tortur ging schließlich zu Ende und wir wurde schlussendlich mit einem flowigen Donwnhill Richtung Camporosso belohnt. So nahe liegen eben Himmel und Hölle beieinander!

1101 HM und 28,9 km später kehrten wir noch kurz zu einem Schlusssegen in eine Taverne ein um abschließend festzustellen, dass eine Wallfahrt doch eine feine Sache ist! 

Köttmannsdorf, am 27.8.2010

Miki

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